17 Jun
17Jun

Emotionsregulation in Paare

Eine Partnerschaft bedeutet Verbundenheit ohne Besitzanspruch. Nähe und Freiheit sollen gleichzeitig möglich sein.

Technik: Submodalitäten-Arbeit (innere Bilder verändern)

  • Schließe die Augen und stelle dir den Partner als „Besitz“ vor (z. B. wie ein Objekt, das du festhältst).
  • Verändere die Submodalitäten: mache das Bild kleiner, grauer, weiter weg, und lasse es weich und fließend werden.
  • Ersetze es durch ein neues Bild: zwei Menschen, die frei nebeneinander stehen, verbunden durch einen leichten, silbernen Faden aus Wahl und Präsenz. Wiederhole das, bis sich im Körper Entspannung einstellt.

Liebe braucht Nähe, aber Nähe braucht nicht Kontrolle. Zwei Menschen können miteinander verbunden sein und trotzdem zwei eigenständige Persönlichkeiten bleiben. Zusammen sein bedeutet nicht, den anderen festzuhalten.


Frieden lassen“ bedeutet dabei nicht Gleichgültigkeit oder emotionale Distanz. 

Glaubenssatz:

„Wenn er/sie mich liebt, muss er/sie immer bei mir sein.“

Reframing:

„Wenn wir uns lieben, können wir uns gegenseitig Freiheit geben und uns trotzdem füreinander entscheiden.“

Oder:

„Ich muss ihn/sie nicht kontrollieren, um sicher zu sein.“

Mit dem Meta-Modell kann man absolute Aussagen hinterfragen:

„Wenn er mit anderen Menschen Zeit verbringt, bedeutet das, dass er mich nicht liebt.“

Fragen:

  • Bedeutet das wirklich immer dasselbe?
  • Welche anderen Erklärungen gibt es?
  • Welche Erfahrungen sprechen dafür?
  • Welche dagegen?
  • Was brauche ich tatsächlich, um mich sicher zu fühlen?

Damit wird aus einer automatischen Interpretation eine bewusstere Betrachtung.

Der Wunsch, den Partner zu kontrollieren, kann beispielsweise mit Verlustangst, Bindungsunsicherheit, früheren Beziehungserfahrungen, geringem Selbstwert oder traumatischen Erfahrungen verbunden sein.Dann wäre die zentrale Frage nicht:

„Wie kann ich meinen Partner davon abhalten, mich zu verlassen?“

sondern:

„Was passiert in mir, wenn ich Angst habe, verlassen zu werden?“

Therapeutisch könnten beispielsweise KVT, Schematherapie, systemische Therapie, emotionsfokussierte Therapie oder ACT eingesetzt werden.Bei einem Schema wie:

„Wenn ich nicht aufpasse, werde ich verlassen.“

könnte man lernen:

„Ich kann Verlust nicht vollständig kontrollieren. Aber ich kann lernen, mit Unsicherheit umzugehen, meine Bedürfnisse auszudrücken und mich selbst zu halten.“

Psychotherapie – Bindung und Loslassen

Viele Besitzimpulse stammen aus unsicheren Bindungsmustern Technik: Emotionale Exposition + SelbstberuhigungWenn die Angst kommt „Was, wenn er/sie geht?“:

  1. Benenne das Gefühl klar („Das ist Verlustangst“).
  2. Atme bewusst in den Bauch und sag dir: „Ich kann diese Angst aushalten. Ich bin sicher, auch wenn der andere frei ist.“
  3. Bleibe 90 Sekunden bei dem Gefühl, ohne zu handeln oder zu kontrollieren. Das trainiert das Nervensystem, dass Nähe und Freiheit zusammen existieren können.

Inneres Kind / Teilearbeit (schematherapeutisch / IFS-inspiriert)Frage den inneren Teil, der Besitz will: „Was brauchst du wirklich?“ Meist antwortet er: Sicherheit, Geborgenheit, Wertgeschätztwerden. Gib ihm das direkt (durch Selbstmitgefühl, Berührung, Worte), statt es vom Partner einzufordern.

Kurze tägliche Praxis (5–7 Minuten)

  1. Atme dreimal tief und sag innerlich: „Partnerschaft ist keine Possession.“
  2. Spüre, wo du gerade festhältst – und lasse bewusst los (Körper, Atem, Gedanke).
  3. Stelle dir den Partner vor und sage: „Ich lasse dich in Frieden. Und ich bin hier.“
  4. Beende mit dem Gefühl von „zusammen sein“ – nicht durch Kontrolle, sondern durch Präsenz.


Wir gehören nicht einander. Wir entscheiden uns füreinander.

Was brauche ich in einer Partnerschaft?  und 

Was braucht mein Partner, um er selbst bleiben zu können?

Ideal währe : 

  • dem anderen seinen eigenen Raum lassen,
  • unterschiedliche Bedürfnisse akzeptieren,
  • nicht kontrollieren,
  • nicht manipulieren,
  • nicht aus Angst festhalten,
  • Vertrauen entwickeln,
  • Konflikte austragen, ohne den anderen zu entwerten,
  • und gleichzeitig die eigene Identität bewahren........
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